ScumDans Bericht zum Belgian National

ScumDans Bericht zum Belgian National

 

Am vergangenen Wochenende ging es für mich nach Gent, um an der Belgischen Nationalmeisterschaft teilzunehmen.
Zwei Wochen zuvor hatte ich als Vorbereitung an Mels Turnier „Kampf um Alaris Prime IV“ teilgenommen. Ich trat dort mit 4 Scurrgs an. Ich war halbwegs zufrieden und konnte als 6. abschneiden.

An sich wollte ich auch sicher mit derselben Liste in Belgien antreten. Die neuen Harpoon Missles aus der Söldnerbox schienen mir aber auch fast zu gut, um nicht auf einen Scurrg zu verzichten und stattdessen 3 Scurrgs mit ebensolchen ausgerüstet zu spielen. Doch dazu später mehr.

Freitag Abend erreichte ich von Hannover aus mein Elternhaus bei Düsseldorf, um von dort aus, gemeinsam mit unserem Deutschen Meister Timo „Lares“ Raabe den Weg nach Belgien anzutreten. Timo erreichte spät abends auch Düsseldorf, es wurde noch ein wenig Bier getrunken und gequatscht, so dass die Nacht etwas kürzer war und wir gegen 6 Uhr morgens losfuhren.

Stäänefleejer

In Gent angekommen, trafen wir auf die ersten bekannten Gesichter der nationalen und internationalen X-Wing Szene. Unter anderem waren auch die Stäänefleejer us Kölle op Jöck mit einigen Spielern angereist.

Location

Nico freut sich, gegen seinen Kollegen spielen zu dürfen XD

Jan Drachenzorn Thomalla und Nico Sculz hatten sich ein wenig in der Zeit vertan und kamen mit leichter Verspätung erst an und Timo und ich überlegten uns, noch ein wenig mehr Druck auf die beiden auszuüben und ihnen zu schreiben, dass es schon losgeht und sie beide gegeneinander gepaart wäre in Runde 1. Letztendlich schafften sie es aber noch pünktlich, um dann tatsächlich in Runde 1 gegeneinander antreten zu dürfen XD

Ich hatte mich immer noch nicht entschieden, welche Liste ich nun letztendlich spielen wollte, also sollte auf Timos Vorschlag hin, die Münze über mein Schicksal entscheiden. Das Schicksal wollte daraufhin, dass ich 3 Scurrgs mit Harpunen spielen soll. Nach einem kurzen Zögern forderte ich aber mein Schicksal heraus und entschied mich gegen den Münzwurf. Es blieb also bei folgender Liste:

Karthakk Pirate + Autoblaster Turret + Long-Range Scanners
Karthakk Pirate + Autoblaster Turret + Long-Range Scanners
Karthakk Pirate + Long-Range Scanners
Karthakk Pirate + Long-Range Scanners
(100)

In der ersten Runde durfte ich gegen Sebastien Picouleau aus Frankreich antreten. Er schickte eine angriffstarke Liste bestehend aus Rey und Jan Ors ins Feld. Hier halfen wieder die insgesamt 40 Hitpoints. Ich tauschte am Ende 2 Scurrgs gegen Rey und gewann somit 61:50.

Im zweiten Spiel hieß mein Gegner Tom Duncan, ein sehr guter Spieler der 186th Squadron aus England. Er spielte Rear Admiral Chiranaeu u.A. ausgerüstet mit VI, Kylo Ren und Moff Jerjerrod (!) und dazu Vader mit Adaptability und noch anderem Kram 😀

Tom ist ein super Typ und wir lachten viel und hauten uns netten Trashtalk um die Ohren. Das Spiel war dennoch sehr hart und spannend bis zum Schluss. Er haute mir recht fix einen Scurrg vom Feld und es dauerte eine Weile, bis ich seinen Dezimator auf 

Tom Duncans Dezi in Bedrängnis

die Hälfte runtergeschossen hatte. Somit führte ich nach Punkten, aber ein anderer Scurrg hatte derweil ziemlich unter Vaders Attacken gelitten. Ich schaffte es, den angeschlagenen Scurrg in Sicherheit zu bringen und schoss in der letzten Kampfphase seinen Dezi kaputt und machte den Sack somit endgültig zu. Sieg 63:26

Das dritte Spiel bestritt ich dann gegen Michel Wynants aus Belgien. Er spielte Scum-Asse, ich kann mich beim besten Willen aber nicht mehr an seine Liste erinnern, außer, dass sie Guri beinhaltete. Unser Spiel war sehr taktisch und wir beide hielten unsere Schiffe lange aus dem Kampfgeschehen heraus, jeweils um den perfekten Anflug bemüht und repositionierten unsere Schiffe immer wieder aufs Neue. Keiner von uns wollte ein großes Risiko eingehen. Das Ende vom Lied war also, dass nach Ablauf der Zeit noch alle Schiffe auf dem Feld standen. So ging es damit in die Final Salvo. Seine sieben gegen meine 12 Würfel. Ich würfelte solide 6 Hits. Er würfelte fünf und reichte mir die Hand. Als wir dann aber feststellten, dass er nur mit 6 Würfeln gewürfelt hatte, wurde es noch einmal spannend. Er würfelte seinen letzten Würfel…. Leerseite (puh!)

100:100 und Sieg für mich 🙂 
Michel schenkte mir am Ende noch sehr coole selbsterstelle Harpoon Condition Token, auf denen ein harpunierter Wal abgebildet ist. Saustark!

Im vierten Spiel durfte ich gegen einen weiteren sehr guten Spieler antreten. Jonathan Kok aus den Niederlanden hat schon recht erfolgreich verschiedene große Turniere bestritten und ist ein sehr erfahrener Spieler. Es würde wieder schwer werden. Jonathan spielte Rey Miranda in folgender Konfiguration:

Rey + Expertise + Millennium Falcon (2) + Engine Upgrade + Finn + Kanan Jarrus
Miranda Doni + Twin Laser Turret + Bomblet Generator + Long-Range Scanners
(100)

Was soll ich sagen? Die kurze Nacht, drei Spiele über die volle Zeit und somit kaum Pause zwischen den Spielen machten sich bei mir bemerkbar. Ich spielte sehr unbeholfen und hatte einiges an Würfelglück. Er zerschoss zwei Scurrgs und ich konnte kurz vor Schluss seine Rey auf einen Hüllenpunkt schießen. Dann ereignete sich ein X-Wing Drama aus dem Lehrbuch. Jonathan hatte zweimal den Konsolenbrand-Crit auf Rey gezogen. In der allerletzten Runde musste er nun eine schwierige Entscheidung treffen. Er hatte die Wahl, mit Reys letzter Aktion entweder aus Reichweite 3 eines meiner Scurrgs herauszuboosten oder als Aktion den noch verbliebenen Konsolenbrand umzudrehen. Er entschied sich dazu, eher das Risiko einzugehen, einen Treffer durch den Konsolenbrand zu würfeln als von meinem Scurrg beschossen zu werden und schob seine Rey in sichere Entfernung. Nun musste er für den Konsolenbrand würfeln. Wir waren wieder einmal eine der letzten noch zu spielenden Partien und einige Spieler des Teams aus Holland hatten sich um uns versammelt. Jonathan würfelte einen Hit… Ich glaube ich habe mich noch nie so schlecht nach einem Sieg gefühlt wie nach dieser Partie. Jonathan war definitiv der bessere Spieler von uns beiden gewesen und ich hatte durch reines Glück gewonnen. Aber auch das ist X-Wing. Umso froher war ich, dass Jonathan am Ende trotzdem den Top 16 Cut erreichte. Sieg 62:50

Nun trennte mich noch ein Sieg vom Erreichen des Erreichen der Top-16 Runde

Spiel fünf ging gegen ein bekanntes Gesicht. Pierre Anthony Corrado aus Frankreich war schon bei der Europameisterschaft in Birmingham mein Gegner im damals zweiten Spiel des Turniers. Pierre sieht zwar ein bisschen aus wie ein Messerstecher aus der Pariser Vorstadt, ist aber ein absolut netter Zeitgenosse und ich freute mich wieder gegen ihn spielen zu dürfen.

Pierre spielte folgende Liste:

The Inquisitor + Push the Limit + Proton Rockets + Tie/v1 + Autothrusters
Omicron Group Pilot + Collision Detector + Emperor Palpatine
„Quickdraw“ + Veteran Instincts + Fire-Control System + Cruise Missiles + Primed Thrusters + Special Ops Training + Guidance Chips
(99)

Auch dieses Spiel war sehr spannend, viel von Taktik geprägt und es dauerte etwa 40 Minuten, bis unsere Schiffe das erste Mal aufeinander schossen. Ich schaffte es nicht, ausreichend Schaden auf seine Schiffe zu machen und er knabberte einen Scurrg fast kaputt. Dann machte ich einen entscheidenden Fehler. Ich vergaß die Protonenraktete auf seinem Inquisitor und nahm einen Fokus für meinen angeschlagenen Scurrg. Hätte ich stattdessen eine Fassrolle gemacht, wäre der Inquisitor nicht in Reichweite 1 gekommen, um seine Raketen abzufeuern. Mein Scurrg hatte noch 5 Hülle. Er würfelte vier Hits und einen Crit. Ich würfelte ein Evade. Ich zog 4 Schadenskarten aus meinem Deck, drehte die letzte um… Doppelschaden :/ Karma is a bitch! Das war wahrscheinlich die Quittung des Schicksals für mein Spiel gegen Jonathan aus der vorherigen Runde. Niederlage 0:26

Auf Grund meiner unterirdischen MoV wusste ich, dass nur ein Sieg dafür sorgen konnte, dass ich den Cut noch erreichen kann. Alles oder nichts! Ich musste noch einmal für volle Konzentration sorgen, schnell einen Energy-Drink besorgen und zwei Blitz-Zigaretten rauchen.

Als finalen Gegner der Swiss-Runde wurde mir Nicholas Yun zugelost. Ebenfalls ein sehr guter und erfahrener Spieler der 186th Squadron. Das würde eine harte Nuss werden!

It’s all or nothing, mate!

Nick spielte Soontir Fel (mit Zielcomputer!), Quickdraw und Palpatineshuttle. Imperiale Listen mögen meine Scurrgs nicht unbedingt, da es für sie meist schwer ist, Schaden gegen die Asse durchzubringen. Ich legte zunächst alle meine Zielerfassungsmarker auf Soontir, in der Hoffnung, dass er bei schlechten Würfeln auf Nics Seite vielleicht doch schneller als gedacht platzen könnte. Ich schwenkte in die Mitte des Spielfeldes ein, auf die Quickdraw und das Shuttle zusteuerten. Soontir machte einen großen Bogen um meine Scurrgs, um diese flankieren zu können. Ich stand nun vor der Wahl, entweder auf Soontir einzuschwenken, ihn eventuell blocken zu können, um dann mit drei Scurrgs vollmodifiziert das Feuer auf ihn zu eröffnen. In den ersten beiden Kampfphasen hatte ein Scurrg bereits unter dem Feuer der imperialen gelitten, allerdings konnte ich im Gegenzug auch einigen Schaden auf Palpatine anbringen. Da Nic ein fähiger Spieler ist, dachte ich mir, dass er mit einem Blockversuch auf Soontir rechnen würde und nicht zu forsch mit ihm in Richtung meiner Scurrgs fliegen würde. So änderte ich meine Zielpriorität auf das Shuttle. Im nächsten Schlagabtausch starb einer meiner Scurrgs, aber sein Shuttle brannte lichterloh. Kurze Zeit später manövrierte ich meine Scurrgs recht geschickt aus allzu großer Gefahr, setzte mich hinter das Shuttle und vernichtete es endgültig. In Anbetracht der Zeit war klar (es waren vielleicht noch 2-3 Minuten zu spielen), dass Nic es nicht mehr schaffen würde, Soontir schnell genug wieder in Kampfreichweite zu bringen und gleichzeitig genug Schaden mit Quickdraw zu machen und er reichte mir die Hand zum Sieg. Cut-Einzug und mein Ziel erreicht 🙂

Ich war absolut happy und freute mich über mein erstes Erreichen des Cuts bei meinem

zweiten großen internationalen Turnier.

Ebenfalls mehr als froh war ich darüber, dass mein Crap-Circle Buddy Timo ebenfalls den Cut erreichte.

Im Anschluss luden uns die Kölner Jungs in ihr cooles Loft ein, das sie für dieses Wochenende gebucht hatten. Es wurde Bier und Pizza besorgt und wie hatten mega viel Spaß. Wir fachsimpelten über X-Wing, Kapern und allerlei Blödsinn. Wieder einmal zeigte sich, dass solche Turniere für mich das ausmachen, warum ich dieses Spiel so liebe. Es sind einfach die Leute aus der Community, die mich so an dieses Spiel binden. Man lernt nicht nur Leute aus ganz Europa kennen, sondern hat auch mal die Gelegenheit mit den Spielern, die man aus dem Forum kennt enger ins Gespräch zu kommen und einen coolen Abend miteinander zu verbingen. Es war mir ein Fest!

Irgendwann machten Jan, Nico, Timo und ich dann aber auf den Weg, um halbwegs fit in den nächsten Tag zu starten. Gegen 3 Uhr hieß es dann endlich Schlafenszeit. Der Tag hatte definitiv seine Spuren hinterlassen.

Der Top 16 Cut und die Hangar Bay Sideevents wurden im Laden des Outpost Gent ausgetragen, den wir früh genug gegen 11 Uhr erreichten. Ich wusste zwar, dass ich gegen Sander Neeft antreten würde, hatte aber, abgesehen davon, dass er in der Rebellenfraktion unterwegs war, keine Ahnung, welche Liste mich erwarten würde. Sander baute dann seine Schiffe auf. Seine Liste bestand aus:

Lowhhrick + Draw Their Fire + Jan Ors
„Zeb“ Orrelios + Phantom
Kanan Jarrus + Fire-Control System + Twin Laser Turret + Recon Specialist + Rey + Ghost
(100)

Ich entschied mich recht schnell dazu, aggressiv auf die Ghost zu gehen, in der Hoffnung, das Damagerace zu gewinnen. Ich baute meinen Viererblock auf der linken Seite des Feldes auf, erstellte seine Schiffe direkt gegenüber. Ich erwartete nicht, dass er direkt auf mich zusteuert, also flog ich erstmal langsam an. Wie erwartet, schwenkte er von mir aus gesehen nach rechts ab. Ich flog langsam in Richtung Mitte des Feldes, in der wir uns kurze Zeit später trafen. Seine TLT-Schüsse machten konsistent Schaden, während sein ganzer Firlefanz bestehend aus Draw their Fire, Senkung meines Angriffswerts, zig Fokus-Token und Evade-Token dafür sorgten, dass ich viel zu wenig Schaden auf Kanan machen konnte. Eklige Liste. Dann kam es zum entscheidenden Moment des Spiels. Seine Ghost stand so, dass er eine harte Bewegung nach rechts um einen Asteroiden machen könnte. Würde ich geradeaus fliegen, könnte ich in der nächsten Angriffsphase keinen einzigen Schuss auf die Ghost abgeben. Würde ich bei seinem Manöver aber rechts einschwenken, würde er die volle Breitseite von vier vollmodifizierten Schüssen (zwei davon in Range 1) abbekommen. Da würden ihn seine ganzen Zaubertricks auch nicht auch nicht davor bewahren, dass Kanan voll aufs Mett bekommt 😀

Die andere Situation wäre, dass er weiter in Richtung des rechten Spielfeldrandes fliegt, ich ihm aber weiter aggressiv hinterherfliegen würde. Es war also eine 50:50 -Entscheidung und ich entschied mich, nach rechts einzuschwenken, in der Hoffnung, dass er dies ebenfalls tun würde. Ich sah darin meine einzige Möglichkeit schnell genug Schaden machen zu können, ohne von seinen Primär und TLT-Angriffen schnell zerfressen zu werden.

Cut im Outpost Gent

Leider erwies sich meine Entscheidung als die falsche. Ich schwenkte nach rechts, er flog in genau die andere Richtung, keiner meiner Scurrgs konnte auf die Ghost oder den Wookie schießen und er nahm mir recht schnell zwei Schiffe raus. Damit war dann der Cut auch fast so schnell wieder für mich zu Ende wie er begonnen hatte.

Ich entschied mich auch dazu, nicht am Hangar Bay teilzunehmen. Mein Bedarf an X-Wing war gedeckt für dieses Wochenende. Ich quatschte lieber mit den anderen Spieler und fieberte weiter mit Timo mit, der sein Top 16 Spiel gewonnen hatte. Er gewann auch die nächste Runde. Das Halbfinale und Finale schaute ich mir komplett direkt neben dem Tisch sitzend an. Es waren heftigst spannende Spiele mit zahlreichen Wendungen, aber vielleicht möchte Timo da an anderer Stelle mehr zu schreiben.

Das Ergebnis dürfte den meisten bekannt sein und so durfte ich mit dem Doppel-Nationalsieger den Weg zurück nach Deutschland antreten 🙂

Eigentlich wollten wir unterwegs noch irgendwo etwas essen, aber anscheinend kennen weder Belgien noch Holland des Konzept einer guten Raststätte mit einer inkludierten Fast-Food-Stätte :(.

Doch das sollte unsere generelle positive Grundstimmung nicht schmälern.

Alles in allem war es ein grandioses Turnier mit tollen Leuten und ich denke im nächsten Jahr werde ich wieder den Trip nach Belgien wagen.

Bis dahin

Möge die Macht mit euch sein und Gute Nacht!

 

 

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