Birmingham Calling – Ein EM Erlebnisbericht Teil 2

Teil 2: It ain’t over ‚till it’s over, du Lappen!

 

Tag 2 der European Championship in Birmingham begann leicht verkatert und unter latenten Kopfschmerzen. Dies ist nicht nur den Cider vom Vorabend geschuldet, sondern lag unter anderem auch an der Tatsache, dass die Geräuschkulisse in unserem Schlafgemach ein ungewohntes Eigenleben entwickelte. Zur Erklärung: Unser AirBnB war mit Hochbetten ausgestattet, die selbst bei kleinerer Bewegung unter einem enormen Quietschen ächzten. Timo (Lares) schlief auf einem der oberen Betten. Wer Timos schmächtige Statur kennt, kann sich vorstellen, welche Kakophonie an Quitschgeräuschen sich uns bot. Dies führte auf allen Seiten zu einer Reihe von Lachanfällen, die die Betten widerum mit einer weiteren Quietschorgie beantworteten… Ein Teufelskreis.

Tag 2 der EM kann kommen!

Das Trio Infernale, bestehend aus Timo, Basti (Fasekel) und meiner Wenigkeit (ScumDan), machte sich auf jeden Fall an besagtem Morgen auch aus finanziellen Gründen mit dem Bus auf den Weg zur Games Expo. Angekommen, begrüßte sich die versammelte Bande mit einem gepflegten „Lappen!“ Dieser Kosename hatte sich mittlerweile durchgesetzt und wurde so inflationär verwendet, dass wir alle Millionäre wären, wären wir für jede Erwähnung dieses Wortes mit 1 Cent ausgezahlt worden.

Trio Infernale

Gefrühstückt wurde standesgemäß bei Subway, wovon es auf dem Expogelände ca. 2357862354 Stück gab. Kurz darauf sollte dann auch das erste Spiel des zweiten Tages starten. Mein Gegner hieß Mark Stretch. Obschon mir der Name irgendetwas sagte, hatte ich zunächst kein Bild zu meinem Gegner im Kopf oder davon, was er wohl spielen würde. Am Tisch angekommen sah ich Mark und ich wusste dann sofort, dass ich es mit dem „Infamous 4-HWK-Guy“ zu tun hatte. Mark spielt sein 4 HWK Liste schon eine ganze Weile und stand bei einer der System Open Turniere nach Tag 1 mit 6-0 ganz oben im Swiss Ranking und schloss diese System Open auch mit einem sensationellen Resultat von 8-2 ab. Ich wusste also, die HWKs nicht zu unterschätzen und dass ich das Spiel nicht mit Müßiggang gewinnen konnte.

Was soll ich sagen? Der Typ wischte mich gnadenlos vom Tisch und spielte seine „4 HWKs of the Apocalypse“ unglaublich souverän und kniffelte mich mit seinen TLTs unbarmherzig vom Tisch. Demotiviert trollte ich vom Feld. Irgendwie hatte ich mir das Ganze anders vorgestellt. Nun galt es eine Entscheidung zu treffen. Irgendwie noch hoffen, unter den ersten 100 zu landen oder zu droppen und Hangar Bay zu spielen. Ich entschied mich dazu, den Dropfire zu machen und mich für das erste Hangar Bay Turnier anzumelden. Fühlte sich tatsächlich etwas befreiend an, um ehrlich zu sein.

Für alle, denen Hangar Bay kein Begriff ist, eine kurze Erläuterung. Es gibt 3 Runden, die es im normalen 100 Punkte Dogfight zu spielen gilt. Man kann vor jedem Spiel entscheiden, eine von zwei selbst gewählten Listen zu spielen. Die Fraktionen zu beiden Listen können identisch sein, lediglich müssen sich alle Piloten und Upgrades zwischen beiden Listen voneinander unterscheiden. Vor dem Spiel hat jeder Einsicht in die beiden Listen des Gegners und dann wird mit Hilfe des Manöverrads verdeckt entschieden, welche Staffel man selbst ins Feld schickt. Ich hatte noch eine Finnrey Norra Liste im Gepäck, schlussendlich bestritt ich allerdings alle 3 Spiele mit der in Teil 1 meines Berichts erwähnten HotShot S.W.A.T. – Liste.

Spiel 1 ging gegen einen Spanier, der 2 Arcs und Biggs spielte. Ich ging relativ unbefangen an die ganze Sache heran und killte Biggs in der zweiten Kampfphase, nachdem ich in der ersten bereits Norra die ersten Schilde zog. Norra nahm ich mir dann auch als nächstes vor, die relativ schnell ging und nur noch Shara übrig blieb, die gegen die geballte Feuerkraft von Dengar und Fenn keine Chance hatte. Das Spiel war auf jeden Fall sehr angenehm, was an der netten Art meines Gegners lag, der mir nach dem Spiel auch zwei selbsterstellte Karten schenkte. Eine selbst kreierte X-WIng Pilotin und eine Stressbot/Integrated Astromech Kombikarte. Sehr cool 🙂

 

Spiel 2 ging gegen einen Briten, der eine interessante Nerv-Liste, bestehend aus Fenn Rau, Old Teroch und 2 Quadjumpern spielte. Seine Liste stachelte mich an, denn schließlich hatte ich mit dem Quadjumper als solchen noch eine Rechnung zu begleichen. Das Spiel verlief sehr gut für mich, da ich diesmal auch die Initiative an meinen Gegner abgeben konnte. Sein Fenn starb zuerst, dann der erste Quadjumper und ich hatte noch nicht ein Schild oder einen Hüllenpunkt auf einem meiner Schiffe verloren. Ich muss fairerweise auch dazuschreiben, dass mein Gegner die miesesten Würfel hatte, die ich je erlebt habe.

Nach dem zweiten Spiel erfuhr ich dann auch erst, was es für den Gewinner des Hangar Bay Sideevents zu gewinnen gab: Eine Plastikpromokarte von Biggs Darklighter! An die würde ich so schnell nicht noch mal gelangen können. Mein Kampfgeist wurde wieder geweckt. Mein Gegner im Hangar Bay Finale war Mankit Liu, der bereits einige größere Turniere (u.a. auch die Lothal Open in Nürnberg) bestritten hatte und ein sehr guter Spieler ist. Er spielte ebenfalls mit der Liste, mit der auch beim EM Hauptturnier angetreten ist. Quickdraw mit Expertise, Feuerkontrollsystem und anderen Finessen, Omega Eins und Full Sabacc. Vor Quickdraw war ich gewarnt und machte diesmal nicht den Fehler, Quickdraw in für mich ungünstiger Position zu beschießen. In diesem Spiel gelang mir wirklich alles. Jede Manöverentscheidung war die richtige, jedes Manöver passte haargenau und (ich weiß, Eigenlob stinkt ;)) ich flog wie ein junger Gott XD Am Ende blieb ein schildloser Quickdraw übrig, während bei mir alle 3 Schiffe noch mehr oder minder unbeschadet die Verfolgung aufnahmen. Mankit entschied sich an dieser Stelle aufzugeben, da er sich noch schnell für das zweite Hangar Bay anmelden wollte, denn auch er war heiß auf den Plastik-Biggs und ihm klar war, dass er dieses Spiel nicht mehr gewinnen konnte 🙂

Somit nahm der Tag in Sachen X-Wing noch ein gutes Ende und ich durfte eine Ass Omega Promo, sowie die zuvor erwähnte Plastik Biggs-Promokarte in meinen Händen halten (Skill, bitches!)
Anschließend verfolgte ich noch ein wenig die Spiele einiger meiner Teamkameraden. Kevin (Backfire) rollte das Feld von hinten auf, Timo schlug sich auch gut, unser Deutscher Meister Thorsten (Sune) hielt sich auch tapfer im oberen Drittel, ebenso wie Stefan (Durandell). Lediglich unsere Hoffnung von Tag 1 Basti, versemmelte, nach zuvor 5 ungeschlagenen Spielen, alle 4 Folgespiele und somit alle Hoffnungen auf eine Top 16 Platzierung. Was für ein Lappen! 😉

Links: Ein Lappen

Dann kam es zum Ende der letzten Runde und nun wurde es spannend. Sowohl Timo, als auch Kevin standen mit einer Bilanz von 7 Siegen aus 9 Spielen gut da. Kevin war sich schon sicher, dass es auf Grund seiner MoV nicht für einen Top 16 Platz reichen würde. Doch für Timo könnte es reichen. Als die Endtabelle aufgehängt wurde, war die Erleichterung groß.

Platz 15 für Timo! Somit sollte er morgen im Cut weiter um den Titel des Europameisters spielen. Zur Belohnung gab es ein Bussi von Kevin 🙂

Dies musste natürlich begossen werden. Leider fanden wir kein Lokal, indem wir alle Platz fanden (geschweige denn überhaupt reinkamen), so dass sich unsere Gruppe für diesen Abend aufteilen sollte. Timo, Basti, Jörg (Eltfario), seine Begleiterin Rabea und ich fuhren dann ins Stadtzentrum, wo wir ein uriges Pub namens „The Shakespeare“ fanden. Hier gab es einen grandiosen Burger und leckeres Cider. Prost!

 

 

 

 

Ich freute mich auf einen entspannten nächsten Tag, an dem ich eventuell ein weiteres Hangar Bay spielen wollte, mir vornahm ein wenig die Expo zu erkunden und natürlich moralischen Beistand für unseren Lares auf dem Weg zum Titel leisten wollte.

 

 

Fortsetzung folgt…

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