„Der Technik-Slot“ – Eine Dr E. Wok Fallbetrachtung

Beitragshaeder

Klaus-Phillip (19) fragt den Doktor: „Hallo Dr E.Wok, ich habe da eine Frage, die mir schon seit dem Erscheinen der ‚Das Erwachen der Macht‘ Grundbox des X-Wing Miniaturenspiels auf den Fingern brennt: da gibt es so einen neuen Ausrüstungsslot, so einen mit einem kleinen Computer oder Radio drauf oder so. Ganz viele von den neuen Schiffen haben den jetzt, aber eigentlich benutze ich den nie. Und da gibt es ja auch kaum Ausrüstung für. Was soll das denn und wieso bringt FFG nicht einach noch mehr Ausrüstung für die etablierten Slots heraus? Mehr Sensoren oder Kanonen oder so? Was soll das alles? Ich bin so verwirrt…“

 

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tech-copy „Hallo Klaus-Phillip, die grundlegende Antwort auf deine Frage fällt mir relativ einfach: das Symbol, welches dich verwirrt, ist der Technik-Slot, ab hier zur Vereinfachung nun mit ‚Tech‘ abgekürzt.

Diese neue Ausrüstungsoption hielt mit der ‚Das Erwachen der Macht‘ Grundbox Einzug ins X-Wing Miniaturenspiel, wie du schon richtig erkannt hast. Fantasy Flight Games scheint diesen Slot bisher ausschließlich für ‚modernere‘ Schiffe einzusetzen, was im Kontext bedeutet, dass bisher nur Schiffe diese Aufrüstungsmöglichkeit erhalten haben, die auch in Episode 7 der Star Wars Saga zu sehen waren. Damit scheint FFG die technische Überlegenheit dieser Flieger andeuten zu wollen.

Anfangs waren die Techs auch in der Tat nur sehr selektiv einsetzbar und auch die Anzahl an individuellen Optionen war sehr gering, aber mit Erscheinen der 9. Welle des X-Wing Miniaturenspiels und der darauf folgenden Erweiterungsbox ‚Helden des Widerstands‘ wird sich das schnell ändern.

Wir wollen hier kurz auf die bisher erhältlichen Tech-Optionen eingehen…“

(Entschuldigung für die teilweise nur auf englisch verfügbaren Karten, zum Zeitpunkt der Verfassung dieses Artikels waren einige noch nicht offiziell übersetzt.)

 

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Quelle: FFG

Quelle: FFG

Zielführung: Sobald du angreifst, darfst du einen Fokus ausgeben, um 1 deiner gewürfelten Leerseiten in TREFFER zu ändern.

Die Zielführung hilft vor allem Spielern, deren rote Würfel meist eher ‚kalte‘ Ergebnisse produzieren, aber auch gegen die derzeit so populären, hochagilen Listen im Turniermeta kann ein Schaden mehr oder weniger schon der entscheidende Ausschlag sein.

Schiffe, die bis zu ihrer Aktivierung ihren zuvor genommenen Fokustoken noch nicht eingesetzt haben (und auch voraussichtlich später nicht mehr benötigen), können diese Aufrüstung gut dazu verwenden, mehr Schaden anzurichten.

Ein Schiff, welches die Zielführung ausgerüstet hat und eine Fokusaktion durchführt, ist immer in der Lage, mindestens einen Schaden beim Ziel anzurichten, was vor allem gegen Gegner mit 0 Ausweichwürfeln interessant sein dürfte.

Poe Dameron profitiert besonders von diesem Tech-Upgrade. Nehmen wir an, er hat einen Fokustoken und würfelt im Angriff TREFFER, AUGE, LEERSEITE. Nun kann er erst das AUGE durch seine Pilotenfähigkeit in einen TREFFER drehen und die LEERSEITE dann über die Zielführung durch die Ausgabe des Fokustokens in einen weiteren TREFFER umwandeln. Drei Treffer, wo vorher nur einer war!

 

comm-relay

Quelle: FFG

Kommunikations-Relais: Du kannst nicht mehr als 1 Ausweichmarker haben.
Während der Endphase wird ein nicht verwendeter Ausweichmarker nicht entfernt.

Das Kommunikations-Relais erlaubt es dem damit ausgerüsteten Schiff, einen eigenen Ausweichmarker für eine spätere Runde aufzusparen.

Dies erlaubt es dem Schiff, ab sofort freier in der Wahl seiner auszuführenden Aktion zu sein, da es in ‚Zeiten der Not‘ immer noch auf den gespeicherten Ausweichtoken zurückgreifen kann.

Aber das Kommunikations-Relais bietet auch interessante Möglichkeiten durch die Kombination des Tech-Upgrades mit Elitepilotenfähigkeiten wie zum Beispiel der Finte. Ein Schiff, welches durch das Kommunikations-Relais einen Ausweichtoken gespeichert hat, kann die Finte ab diesem Zeitpunkt dauerhaft nutzen, ohne weiterhin Aktionen für das neuerliche Hinzufügen eines Ausweichtokens verschwenden zu müssen!

Das Schiff, welches am häufigsten mit dem Kommunikations-Relais (und der Finte) anzutreffen ist, ist wohl der imperiale Jagdpilot Omega Eins, aber auch andere Schiffe können von diesem Tech-Upgrade profitieren. Der T-70 X-Flügler Pilot ‚Ass Rot‘ erhält zum Beispiel einmal pro Runde, wenn er ein Schild verliert, einen Ausweichtoken. Dieser kann im Kommunikations-Relais gepeichert werden, um den T-70 noch um einiges widerstandsfähiger zu machen.

 

Quelle: FFG

Quelle: FFG

Sensorcluster: Sobald du verteidigst, darfst du einen Fokusmarker ausgeben, um 1 deiner Leerseiten in ein AUSWEICHEN zu ändern.

Wo die Zielführung die offensiven Fähigkeiten eines Schiffes ausbaut, wirkt der Sensorcluster auf gleiche Weise defensiv.

Ein damit ausgerüstetes Schiff kann, sofern es einen Fokustoken besitzt, immer wenigstens einen eingehenden Schaden negieren, was seine Überlebensfähigkeit drastisch steigert.

Dies wird sogar noch verstärkt, wenn das Schiff regenerative Fähigkeiten besitzt, wie zum Beispiel Poe Dameron mit einem Astromech wie R2-D2. Poe (mit einem Fokustoken) könnte bei seiner Verteidigung gegen drei eingehende Treffer auf Reichweite 2 sogar nur AUGE & LEERSEITE würfeln und würde trotzdem nahezu schadensfrei daraus hervor gehen: das AUGE würde er durch seine Pilotenfähigkeit in ein AUSWEICHEN drehen und die LEERSEITE dann durch Ausgabe des Fokustokens über den Sensorcluster in ein weiteres AUSWEICHEN drehen. Den Schaden, welchen er trotzdem erhalten hätte, könnte Poe danach durch R2-D2 und ein grünes Manöver wieder regenerieren.

Auf eine Bestimmte Art gesehen, funktioniert der Sensorcluster fast ein wenig wie ein zeitlich vorgezogener Astromech wie R5-P9. Das Tech-Upgrade verhindert den Schaden jedoch sofort (sofern eine LEERSEITE und ein Fokustoken zum Umwandeln verfügbar sind), wobei R5-P9 erst in der Endphase aktiviert werden würde (ein Fokustoken vorausgesetzt), um ein Schild aufzuladen. Beides verhindert so auf seine Art einen Punkt Schaden am Schiff, wobei der Sensorcluster jedoch den Vorteil hat, dass er ein Schiff, welches nur noch einen Punkt Hülle besitzt und eine Schadenskarte erleiden würde, vor der Zerstörung bewahren könnte, was R5-P9 in diesem Szenario nicht bewerkstelligen vermag.

 

swx57-primed-thrusters

Quelle: FFG

Primed Thrusters: Stress tokens do not prevent you from performing bosst or barrel roll actions unless you have 3 or more stress tokens.

Die Primed Thrusters ermöglichen es einem damit ausgerüsteten Schiff, seine Beweglichkeit erst einzubüßen, wenn sich die Stressmarker schon darauf türmen.

Dies ist eine Ausrüstungskarte, die vor allem dem T-70 X-Flügler helfen könnte, wieder mehr Fuß im aktuellen Meta zu fassen. Aber auch Schiffe wie der TIE/EO-Jäger profitieren davon, wenn sie zum Beispiel nach einem Segnor-Looping noch eine Faßrolle durchführen können.

Ein Pilot wie der bald erscheinende T-70 X-Flügler Pilot ‚Snap‘ Wexley würde so auch nach einer Koiogranwende oder einer Tallon-Rolle nichts von der Effektivität seiner Pilotenfähigkeit (er kann nach einem 2-, 3- oder 4-Manöver noch eine freien Schub durchführen, wenn er kein Schiff berührt) einbüßen.

Ein leicht gestresster und mit BB-8, sowie den Primed Thrusters ausgerüsteter T-70 X-Flügler (zum Beispiel wieder Poe Dameron) könnte den Astromech trotz des Stresses vor dem Durchführen seines Manövers einsetzen, was ohne das Tech-Upgrade nicht möglich gewesen wäre.

Gerade in einer Meta, in der Schiffe auf diverse Arten größere Mengen an Stress erhalten können und nicht nur basierend auf ihren eigenen Aktionen, sind die Primed Thrusters eine Möbilitäts-Lebensversicherung der ganz besonderen Art.

 

Quelle: FFG

Quelle: FFG

Pattern Analyzer: When executing a maneuver, you man resolve the „Check Pilot Stress“ step after the „Perform action“ step (instead of before that step).

Durch den Pattern Analyzer wird sich die Art, wie damit ausgerustete Schiffe ihre Aktionen ausführen dürfen, auf ebenso eine Weise ändern, wie seinerzeit durch das Sensorik-Upgrade Verbesserte Sensoren.

Der grundlegende Ablauf in der Aktivierungsphase für ein Schiff lautet wie folgt: 1. Manöverrad aufdecken, 2. Manöver ausführen (a. Schiff bewegen, b. Stress des Piloten überprüfen, c. Aufräumen), 3. Aktion durchführen.

Der Pattern Analyzer verschiebt diesen Ablauf wie folgt: 1. Manöverrad audecken, 2. Manöver ausführen (a. Schiff bewegen, b. Aktion durchführen, c. Stress des Piloten überprüfen, d. Aufräumen).

Dies ermöglicht es einem mit dem Pattern Analyzer ausgerüsteten (ungestressten) Schiff, trotz einer gerade ausgeführten Koiogranwende eine Aktion auszuführen, da es durch den Pattern Analyzer den durch das rote Manöver entstehenden Stress erst nach dem Durchführen der Aktion erhält.

Ein mit dem Pattern Analyzer und dem Zielenden Astromech ausgerüsteter T-70 X-Flügler kann beim Ausführen einer Tallon-Rolle oder einer Koiogranwende zum Beispiel vor dem Generieren des Stressmarkers für das rote Manöver eine Fokusaktion durchführen und durch den Zielenden Astromech zusätzlich noch eine Zielerfassung auf einen Gegner aufschalten. Zwei Aktionen trotz eines roten Manövers? Die richtigen Upgrades machen es möglich!

 

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„Man sieht also, die Tech-Upgrades werden immer vielseitiger und ihre Einsatzmöglichkeiten werden mit dem Voranschreiten der folgenden Veröffentlichungen für das X-Wing Miniaturenspiel nur noch steigen.

Um den Tech-Slot noch abwechslungsreicher zu gestalten, hält FFG aber auch schon weitere Tech-Upgrades in der Hinterhand und so werden mit dem Upsilon-Shuttle, einer Veröffentlichung für Welle 10, mindestens zwei neue Tech-Upgrades erscheinen, von denen noch nicht sicher ist, was sie in das Spiel einbringen werden.

Quelle: FFG

Quelle: FFG

Man darf also gespannt sein!!!“

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