Der „Partybus“ – eine Dr E. Wok Fallbetrachtung

BeitragshaederMalte (37) fragt: „Huhu, Herr Doktor, ich habe da mal eine dringende Frage! Neulich beim allwöchentlichen X-Wing zocken hat mich ein Mitspieler mit einem Schiff überrascht, welches ich in dieser Zusammenstellung noch nicht auf dem Spielfeld gesehen habe… eigentlich war es eine ganz normale Schrankwand, also dieser YV-666 Frachter der Fraktion der Gesetzlosen… aber dann auch wieder irgendwie nicht! Das Teil hat reingehauen wie ein Vorschlaghammer und obwohl es irgendwann halb unter einem Berg Stressmarker begraben war, hat es immer noch eins nach dem anderen meiner Schiffe zerlegt, als wenn diese aus Pappe bestanden hätten! Kannst du mir helfen und mir erklären, was das für eine krasse YV-666 war?“

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Quelle: FFG

Quelle: FFG

„Hallo Malte, da kann ich dir natürlich aus der Patsche helfen. Die YV-666, welche deine Schwadron so fachmännisch zu interstellarem Staub zerschossen hat, war wohl der umgangssprachlich als ‚Partybus‘ bezeichnete Frachter des Abschaums und der Gesetzlosen mit Bossk als Piloten.

Diese Variante dieses Schiffstyps verlässt sich meist vor allem auf seine Mannschaft aus gnadenlosen Kopfgeldjägern, die ihre Fähigkeiten vereinen, um den Feind möglichst schnell zu erledigen, ohne diesem dabei eine Chance auf eine effektive Verteidigung zu lassen.

Viele Kopfgeldjäger auf einem Schiff sind wohl auch gleichbedeutend mit einer freudigen Feier im Namen von Blut und Mord, daher stammt dann wohl auch der Name dieser Variante des YV-666 Frachters…

Dazu ist der ‚Partybus‘ auch noch relativ kostengünstig, recht widerstandsfähig und besitzt einen 180 Grad Feuerwinkel für seine Primärbewaffnung. Alles in allem also ein sehr interessantes Schiff für die Schwadronen der Gesetzlosen.

In der Grundversion sieht ein Bossk-‚Partybus‘ meist folgendermaßen aus:

Bossk (41 Punkte) - Veteraneninstinkte, Dengar, Zuckuss, 4-LOM.

Bossk (41 Punkte) – Veteraneninstinkte, Dengar, Zuckuss, 4-LOM.

In dieser Konfiguration fährt unser ‚Partybus‘ also ganze vier Kopfgeldjäger auf und durch die Veteraneninstinkte erhält Bossk auch noch einen Pilotenwert von 9, was ihn vor den meisten seiner Feinde schießen lassen wird – und das innerhalb des bereits angesprochenen 180 Grad Feuerwinkels, welchen sein Frachter für seine Primarwaffen verwenden darf.

Was kann dieses Schiff also nun?

Bossk trifft, was er treffen will! Und das hart!

Durch den 180 Grad Primärwaffen-Feuerwinkel des YV-666 Frachters hat Bossk meist eine große Auswahl an Zielen. Da der ‚Partybus‘ meist gestresst sein wird (mehr dazu gleich weiter unten), hilft Dengar hier mit seiner Fähigkeit aus, Bossk ein bis zwei Würfel im Angriff neu werfen zu lassen, was meist in mehr Treffern gegen das Ziel münden wird.

Dazu kommt noch die eigentliche Pilotenfähigkeit von Bossk, die ihn aus einem kritischen Treffer (der durch die Verteidigung des Gegners schlagen muss!) zwei normale Treffer machen lässt, was gegnerische Schilde (wo kritische Treffer keine Auswirkungen haben) dahinschmelzen lässt oder der Hülle des Ziels schweren Schaden zufügen kann.

Quelle: Star Wars

Quelle: Star Wars – Das Imperium schlägt zurück

Der Partybus lässt dem Gegner kaum Optionen der Verteidigung!

Durch die Komination der verschiedenen Kopfgeldjäger-Mannschaftsmitglieder kann Bossk seinem auserwählten Ziel nahezu alle Möglichkeiten nehmen, Einfluß auf die Verteidigung vor seinem Angriff auszuüben:

4-LOM: Der Ex-Protokolldroide nimmt dem Ziel die Möglichkeit, bei dem Angriff von Bossk einen Ausweich- oder Fokusmarker zu nutzen (Bossk erhält dadurch einen Ionenmarker). Dies muss direkt nach dem Angriffswurf mit ihren Modifikationen geschehen, bevor das Ziel seinerseits die Möglichkeit erhält, zu würfeln und zu modifizieren. Hat das Ziel jedoch weitere Marker, darf es diese natürlich wie gewohnt einsetzen – nur ein Marker kann durch 4-LOM verweigert werden.

Zuckuss: Der Gand-Kopfgeldjäger erlaubt es Bossk, das Ziel dazu zu zwingen, einzelne Verteidigunswürfel neu zu werfen, was Bossk dann je neu gewürfeltem Würfel einen Stressmarker zuteilt. Dabei muss Bossk direkt ansagen, wie viele Würfel der Gegner neu werfen muss – es ist nicht erlaubt, einen Würfel nach dem anderen anzusagen. Von Zuckuss zum Neuwurf gezwungene Würfel können danach vom Gegner auch nicht erneut geworfen werden. Also kann das Ziel des Angriffs zum Beispiel auch seine Fähigkeit Einsamer Wolf nicht einsetzen, wenn einer seiner neugeworfenen Würfel danach eine Leerseite zeigt. Bossk wird also viel, viel Stress ansammeln, aber seine Gegner werden ihre Verteidigungsergebnisse dahinschmelzen sehen!

Wie funktioniert das alles zusammen?

Nehmen wir an, Bossk schießt auf Reichweite 2 auf einen TIE Abfangjäger des Imperiums, welcher mit einem Fokusmarker ausgestattet ist. Bossk selbst hat keine Marker.

Quelle: X-Wing Selbsthilfegruppe

Quelle: X-Wing Selbsthilfegruppe

1. Bossk würfelt einen kritischen und einen normalen Treffer und verwendet Dengar, um den dritten Würfel (eine Leerseite) neu zu werfen, was in einem weiteren Treffer mündet.

2. Dann wird 4-LOM ins Spiel gebracht und dem TIE Abfangjäger dadurch untersagt, in diesem Angriff seinen Fokusmarker zu nutzen, was Bossk einen Ionenmarker einbringt.

3. Nun würfelt der TIE Abfangjäger seine Verteidigungswürfel und erhält zwei Ausweichsymbole und ein Fokussymbol.

4. Erneut tritt nun einer der Kopfgeldjäger in Aktion, dieses mal ist es Zuckuss. Der TIE Abfangjäger wird gezwungen, die beiden Würfel mit den Ausweichsymbolen neu zu werfen, was in einem Fokussymbol und einer Leerseite mündet. Bossk erhält dadurch zwei Stressmarker.

5. Der TIE Abfangjäger kann seinen Fokusmarker durch den Einfluss von 4-LOM nicht einsetzen und erzielt dadurch keine Ausweichergebnisse – Bossk bringt zwei Treffer und einen kritischen Treffer ins Ziel!

Anmerkung: Hätte der TIE Abfangjäger irgendwie einem der normalen Treffer ausweichen können, hätte Bossk aus dem kritischen Treffer durch seine Pilotenfähigkeit zwei normale Treffer machen können, was wiederum in der Zerstörung des imperialen Schiffs gemündet hätte!

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Wie wir sehen, ist der ‚Partybus‘ eine hart zuschlagende Gefahr für so ziemlich jede Art von Gegner. Wenn die Kopfgeldjäger ihre Fähigkeiten kombinieren, ist Flucht oft das einzige, was einem designierten Ziel noch bleibt, um seiner Verichtung zu entgehen.

Ein alternativer ‚Partybus‘ könnte übrigens wie folgt aussehen, experimentieren macht auch hier viel Sinn und Freude:

Trandoshanischer Sklavenjäger (29 Punkte) – Boba Fett, Greedo, Zuckuss

Diese Variante ist sogar noch kostengünstiger als das Schiff mit Bossk als Piloten und kann trotzdem ein Dorn im Auge des Gegners sein, wenn Zuckuss das Ausweichen erschwert, Greedo offene Schadenskarten zuteilt und Boba Fett davon profitieren kann, um dem Gegner eine wichtige Ausrüstungsoption zu zerstören.

 

 

4 Gedanken zu „Der „Partybus“ – eine Dr E. Wok Fallbetrachtung

  1. Ich habe dem Partybus nun bei knapp 40 Turnierspielen eingesetzt und bin nach wie vor begeistert. Ich spiele allerdings mit Crackshot statt VI da es mir nur konsequent erscheint. Falls der Gegner trotz aller Debuffs trotzdem noch etwas evadet bekommt er dann halt den Crackshot zu spüren. Gruß Backfire

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