Die X-Wing SHG spielt ‚Star Wars Rebellion‘

Moin!

Neulich trafen sich einige unserer Teammitglieder, um ein wenig über den Tellerrand des X-Wing Miniaturenspiels hinaus zu schauen und ein anderes im Star Wars Universum angesiedeltes Spiel von Fantasy Flight Games auf Herz und Nieren zu testen: die Zeit war gekommen, Star Wars Rebellion zu spielen!

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So trafen wir uns also an einem sonnigen Vormittag in unserer allwöchentlichen X-Wing-Wirkungsstätte, dem Tabletop Treff Hannover (kurz 3TH), um die Geschichte um das Galaktische Imperium und die Rebellenallianz neu zu schreiben.

Denn der Gewinner schreibt ja bekanntermaßen die Geschichtsbücher – und genau das sollte möglicherweise auch an diesem Tag passieren…

 

 


Der Aufbau des Spiels ist erfolgt - die ersten Taktiken werden erörtert...

Der Aufbau des Spiels ist erfolgt – die ersten Taktiken werden erörtert…

Grundlegend kann zu Star Wars Rebellion (ab jetzt kurz: Rebellion) gesagt werden, dass es ein episches Brettspiel voller Strategie und Taktik für zwei bis vier Spieler mit stark asymetrischen Fraktionen ist, welches historisch im Star Wars Universum der Episoden IV bis VI angesiedelt ist.

Das Galaktische Imperium, geführt von Imperator Palpatine, bietet im Spiel eine riesige Menge an militärischem Material auf, von ganzen Schwärmen aus TIE Fightern bis zu gigantischen (Super-)Sternenzerstörern und dem planetenvernichtenden Todesstern (oder auch gleich mal zwei….). Die mächtige imperiale Raumflotte wird durch die schlagkräftigen Bodenkampftruppen aus AT-ST und AT-AT Kampfläufern und zahllosen Sturmtruppenverbänden unterstützt, mit denen das Imperium auch diejenigen Welten in die Knie zwingen kann, welche ihm nicht loyal verbunden sind.

Die Rebellenallianz hat weitaus weniger Kriegsmaterial aufzubieten, da ihre Raumflotte vor allem aus kleinen Sternenjägern (wie dem flexiblen X-Wing und dem schlagkräftigen Y-Wing) und ehemaligen Zivilschiffen wie der Corellianischen Corvette und dem Mon Calamari Kreuzer besteht. Des weiteren beschränken sich ihre Bodentruppen auf wenige Infantrieverbände und die T-47 Airspeeder, welche durch robuste Verteidigungsanlagen wie zum Beispiel Ionenkanonen oder Schildgeneratoren unterstützt werden.

Die Ziele der beiden Fraktionen bei Rebellion sind schnell erklärt: die Rebellen müssen ihre geheime Basis so lange verborgen halten, bis sie es geschafft haben, das Vertrauen der Planeten im Star Wars Universum soweit zu sichern, dass der Aufstand gegen das Imperium beginnt. Das Galaktische Imperium siegt in dem Moment, in dem sie die Rebellenbasis ausfindig machen und mit ihren Bodenstreitkräften einnehmen.

Die Anführer der Fraktionen greifen ins Kriegsgeschehen ein...

Die Anführer der Fraktionen greifen ins Kriegsgeschehen ein…

Jede der Fraktionen stellt zusätzlich zu ihren militärischen Einheiten noch einen im Laufe des Spiels immer größer werdenden Kader an Anführern auf, welche gleich mehrere Funktionen im Spiel übernehmen – sie können sowohl auf Missionen geschickt werden, als auch Truppenbewegungen befehlen, sowie die Missionen anderer Anführer sabotieren.

Nahezu all diese Anführer bringen noch ihre eigenen Aktionskarten mit, die charaktervoller nicht sein könnten. So kann Admiral Akbar „It’s a trap!“ ausspielen, Wedge Antilles einen Angriff mit der Rot-Staffel fliegen oder Soontir Fel seine TIE Fighter Schwadron rasend schnell verlegen und angreifen lassen.

Der Spielablauf von Rebellion ist dabei relativ einfach gehalten und läuft Runde für Runde gleichförmig ab:

  1. Anführer einzelnen Missionen zuweisen (nicht ausgesandte Anführer bleiben zurück, um andere Aufgaben erfüllen zu können)
  2. die Fraktionen lassen abwechselnd ihre Anführer Missionen ausführen oder aktivieren mit ihren ‚freien‘ Anführern Systeme, um Truppenbewegungen durchzuführen
  3. die Anführer werden wieder vom Spielfeld entfernt, das Imperium startet Suchdroiden, neue Missionen werden vom Stapel gezogen, die Zeit schreitet voran und eventuell werden neue Einheiten gebaut oder neue Anführer angeworben

Dabei ist es wichtig, dass die Spieler sehr genau überlegen, welche Anführer sie auf was für Missionen schicken (diese unterscheiden sich bei beiden Fraktionen stark in ihrer Wirkungsweise) und welche sie zurückhalten wollen. Denn ohne ‚freie‘ Anführer sind Truppenbewegungen unmöglich und dazu haben all die verschiedenen Charaktere auch noch unterschiedliche Fähigkeiten (zB Diplomatie, Logistik oder Aufklärung) in stark voneinander abweichender Stärke, was sie vor allem zur Sabotage gegnerischer Missionen wichtig macht.

Wo die Rebellion in ihrem Streben nach Freiheit vor allem Allianzen strickt und dem Imperium treue Planeten sabotiert, sind die Missionen der dunklen Seite weitaus offensiver. So werden hier neue Schlachtschiffe in Auftrag gegeben, Rebellenanführer gefangen genommen (oder gleich in Karbonit eingefroren) oder Planetensysteme durch die Macht der Imperialen Flotte in die Kechtschaft gezwungen.

Das Imperium breitet sich aus...

Das Imperium breitet sich aus…

Truppenbewegungen werden ebenfalls von Anführern eingeleitet und hierbei muss gerade bei Bodentruppen darauf geachtet werden, dass genügen Transportkapazität in den mitreisenden Sternenschiffen gegeben ist, um auch auf dem Zielplaneten für Bodenkämpfe gewappnet zu sein. Das Imperium ist hierbei leicht im Nachteil, da auch ihr Hauptraumjäger, der TIE Fighter, von Transportschiffen aufgeladen werden muss, wogegen die X- und Y-Wings der Rebellenallianz über Hyperraumtriebwerke verfügen und somit flexibler in der Verlegung sind.

Das Imperium versucht im Hauptteil des Spiels nun vor allem seinen Wirkungsraum zu vergrößern und dadurch die verborgene Basis der Rebellen zu finden, während die Allianz alles daran setzt, Planeten auf ihre Seite zu ziehen, um so den konstanten Strom der imperialen Verstärkungen zu verlangsamen (verschiedene Planeten haben unterschiedliche Produktionsmöglichkeiten) und dabei noch genug Rückzugsgebiete zu sichern, sollte ihre Basis entdeckt, aber nicht zerstört werden.

Eine wirkungsvolle Strategie der Rebellen, die auch bei unserem Spiel im 3TH immer wieder zum Einsatz kam, ist, das Imperium immer wieder in Scheinkämpfe zu verwickeln, was die Streitkräfte und Anführer des Imperators schnell binden kann und ihren Vormarsch somit effektiv verlangsamt.

Das Galaktische Imperium versucht im Gegenzug die spärlichen Rebellenverbände zu zerschlagen und deren Anführer gefangen zu nehmen oder gleich auf die eigene Seite zu ziehen – und all das, während es sich immer weiter ausbreitet und versucht, die Rebellenbasis ausfindig zu machen und dann zu vernichten.

All dies wird natürlich gerade dadurch vereinfacht, wenn der Todesstern wieder mal ein ganzes Planetensystem zerstört hat…

Bestimmte Anführer haben dazu noch spezielle Funktionen und Möglichkeiten. So war es unserem Rebellenspieler zum Beispiel möglich, Luke Skywalker auf Dagobah auf Meister Yoda treffen zu lassen, wo er dann zum Jedi ausgebildet wurde und somit ein noch mächtigerer Streiter auf der Seite der Rebellen wurde.

Der Krieg der Sterne wütet...

Der Krieg der Sterne wütet…

Treffen im Spielverlauf die Flotten der Rebellion und des Imperiums aufeinander, so wird sofort eine Schlacht ausgetragen, die mit Würfeln und speziellen Raum- und Bodenkampfkarten ausgetragen wird. Die verschiedenen Schiffs- und Bodenkampftypen besitzen dazu unterschiedlich starke Waffen- und Widerstandswerte. Die Kämpfe gehen schnell und taktisch von der Hand und spezielle Aktionskarten können den Schlachtverlauf immer wieder überraschend drehen.

Schlachten werden bis zum bitteren Ende ausgetragen oder bis einer der Kontrahenten seine Einheiten in ein sicheres, angrenzendes System evakuiert hat. Es gibt keine Gnade im Krieg der Sterne…

Zum Ende einer jeden Spielrunde sendet das Imperium dann einen Schwarm aus Suchdroiden aus, welche durch einen Stapel aus Karten symbolisiert werden, der aus allen im Spiel enthaltenen Planeten besteht. Die Rebellen müssen am Anfang des Spiels einen dieser Planeten auswählen, die Karte aus dem Stapel entfernen und sich somit dafür entscheiden, wo ihre Basis versteckt ist (alle bereits zu Spielbeginn zum Imperium gehörenden Welten werden ebenso entfernt). Wenn der imperiale Spieler also weitere Karten aus dem Stapel zieht, sich anschaut und dann aus dem Stapel entfernt (wenn er die Suchdroiden aussendet), kann so schnell ein Rückschluss darauf getroffen werden, wo sich die Rebellenbasis NICHT befindet – und so zieht sich das Netz um die verborgene Basis mit fortlaufender Spielzeit immer enger zusammen.


Unser Testspiel von Rebellion dauerte einschließlich dem Auf- und Abbau, der Erläuterung der Regeln und viel Fanboy-Trashtalk dazwischen gut vier Stunden, was dem epischen Anspruch des Spiels wohl vollends genügen dürfte. Mit zunehmender Spielpraxis dürfte diese Zeit aber noch gut zu drücken sein, ein Spiel zwischen zwei erfahrenen Spielern sollte sich igendwo zwischen zwei und drei Stunden einpendeln.

Die Spielerfahrung war einfach phantastisch, das Herz eines jeden Star Wars Fans muss davon einfach nur berührt werden: wir sahen Luke Skywalkers Aufstieg zum Jedi, gigantische Raumschlachten (die die Rebellion durch unfassbares Würfelpech verlor), den unaufhaltsamen Vormarsch der Imperialen Streitkräfte, Han Solo im Millenium Falken, Boba Fett und seine Karbonit-Gefrierkammer und so viel mehr geniale Szenen, die uns das Spiel fast wie die Filme der klassischen Trilogie vorkommen ließen.

Im großen Finale unserer Session näherte sich das Imperium, nachdem es eine große Anzahl an Planeten als Sitz der Rebellenbasis ausgeschlossen hatte, ihrem Ziel und die Rebellen versuchten noch eine letzte Not-Evakuierung, indem sie ihr Hauptquartier nach Hoth verlegten. Dort wurden sie dann aber auch bald aufgespürt und letztendlich von einem einzelnem Sturmtruppen-Verband bezwungen.

Eine läppische weitere Runde hatte den Rebellen dazu gefehlt, den Aufstand gegen das Imperium zu starten – ein Ende, wie auf einer Messerklinge balancierend. Phanstastisch, spannend, episch!

Wer jetzt Lust auf das Spiel bekommen hat, dem kann hier noch das Promotionsvideo von Fantasy Flight Games ans Herz gelegt werden:

Wir werden sicherlich noch das eine oder andere Mal ins epische Rebellion Universum aufbrechen, um den Krieg der Sterne neu auszufechten!

Ein Gedanke zu „Die X-Wing SHG spielt ‚Star Wars Rebellion‘

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